Blog  zu  Ahnen- und Familien-forschung


Zeitreisen sind möglich!

Und zwar in gotischer Schrift (Fraktur).

 

Wer einen halben Tag Zeit hat und ein paar unvergessliche Stunden erleben möchte, dem empfehle ich, einmal in (ur)alten Zeitungen zu stöbern.
Die Ausgaben von alten Zeitungen findet man vielleicht im Stadtarchiv, im Staatsarchiv oder, und vor allem, in der ZB (Zentralbibliothek) in Zürich. Dort kann man sich diese alten Zeitungen gebunden bestellen und in Ruhe in der Bibliothek durchblättern. Der Anzeiger von Uster, beispielsweise, ist diesbezüglich eine sehr interessante Zeitung, er erschien ab Mitte des 19. Jahrhunderts jede Woche mit sechs Ausgaben. Und zwar ist er sehr kurz, er bestand normalerweise täglich aus vier Seiten, also zwei Blättern, mit Nachrichten aus aller Welt, aus dem In- und Ausland, von der weiten Welt und denjenigen vor dem eignen Haus, (Werbe-) Anzeigen und selbstverständlich den amtlichen Nachrichten, den Amtsblatt-Veröffentlichungen der Gemeinden.

 

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Geschlechts-Vormundschaft

Und was bedeutet dieser Begriff?

Es ist die vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammende pauschale Übersetzung des lateinischen Cura sexus, mit dem die Juristen des 16. Jahrhunderts den Status kennzeichneten, dem die damaligen Frauen in vielen partiellen Rechten unterworfen waren. Partielle Rechte (oder Partikularrechte) gelten nur für einen Teil einen Gebietes, für welches eine Rechtsordnung besteht. Das Gegenbegriff ist das Gemeine Recht.

Im Rechtslexikon steht: Personen, welche aus irgendeinem Grund, ob wegen Persönlichkeit, Geschlecht, Alter oder körperlicher oder geistiger Gebrechlichkeit nicht ihre eigenen Vormünder sein können, einem fremden Beistand oder Vertretung bedürfen.

 

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Wenn sich die Welt-Geschichte querstellt

Als ich kürzlich nach einer Person mit katholischem Gauben in der Vergangenheit von Zürich suchen sollte, kam mir die Welt-Geschichte in die Quere. Eine katholische Kirche, in deren Pfarrbüchern die Taufe verzeichnet hätte sein können, fand ich nicht. Weil es keine gab! Und dann musste ich mich erst einmal mit der Geschichte von Zürich auseinandersetzen:

 

 

 

 

 

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Der berühmte erste Satz

Der erste Satz ist für mich immer ein Geschenk, ihn zu fabrizieren, ist wie Weihnachten, Geburtstag, Ostern und Nationalfeiertag in einem!


Kürzlich gab es im Radio eine Sendung zum Ersten Satz eines Buches. Die Moderatoren waren sich nicht einig, wann dieser so wichtige und manchmal alles entscheidende Satz (alles entscheidend darum, weil nicht selten ein Buchkauf vor allem vom Ersten Satz abhängt; wenn mir der erste Satz nicht passt, dann kann die Inhaltsangabe noch so spannend sein, ich kaufe das Buch nicht, es würde mir nicht gefallen - Leseerfahrung) vom Autor geschrieben wird: am Anfang oder vielleicht doch erst am Schluss, wenn das Buch beendet worden ist?

 

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Das Familiengeheimnis

Schreiben Sie Tagebuch? Nein? Aber wie sollen dann dereinst Ihre Nachfahren über Ihr Leben und vor allem über Ihre Heimlichkeiten Bescheid wissen?
Romane, in welchen ein altes Tagebuch, das von vergangenen Zeiten berichtet, gefunden wird, haben Hochkonjunktur. Die Heldin aus der Gegenwart findet also Tagebuchaufzeichnungen der Heldin aus der Vergangenheit - et voilà offenbart sich ihr das Leben der Vorfahrin mit all seinen Geheimnissen…
Schön wär's.

 

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1. August 1914

Was geschah am 1. August 1914? Es war ein sehr patriotischer Tag. Obwohl der 1. August der Nationalfeiertag der Schweiz ist, wurde 1914 nicht gefeiert. An jenem Tag wurde die Armee zu den Waffen gerufen: es war der Tag der Mobilmachung für den ersten Weltkrieg. Am 5. August wandte sich der Bundespäsident an das Volk. Radio gab es noch nicht, so wurde überall die Meldung in Form eines Plaketes aufgehängt.

"Aufruf an das Schweizervolk. Getreue, liebe Eidgenossen! An unseren Grenzen tobt der Krieg. Wir haben unsere Armee zu den Waffen gerufen; am 1. August, dem Jahrestag der Gründung der Eidgenossenschaft, trug der Telegraph das Aufgebot in die entlegensten Dörfer und Weiler des Landes..."

 

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Sprache der Ahnen

Wie haben die Menschen früher miteinander gesprochen? Welche Worte benützten sie? Ich habe einige über hundert Jahre alte Dokumente studiert und deren Sütterlin-Schrift transkribiert, und die darin verwendeten Formulierungen sind für unsere modernen Begriffe schon sehr schwülstig. Doch wie haben die Leute von damals miteinander geprochen? In einer ebenso "geschwollenen" Sprache? Es gab sicherlich einen Unterschied zwischen Menschen, welche sich gut gekannt haben wie Freunde und Familienmitglieder und denjenigen, mit denen nur in der Höflichkeitsform gesprochen wurde und nicht vertraulich. So wie heute auch. Diese alten Akten, die ich durchgesehen habe, beinhalten wohl ein nochmals umständlicheres Deutsch, denn einige davon sind Gerichtsakten.

Aber nichtsdestotrotz vermute ich, dass wir heute unsere Vorfahren nur noch mit Übung verstehen würden - unter anderem auch, weil sie Worte benützten, welche heute längst vergessen sind. Und vor allem würden sie uns nicht mehr verstehen....

 

 

Ahnenforschung - Familienforschung

Zuerst einmal sind da nur Wörter, die einem an den Kopf prallen: Heimschaffung, Regierungsratsbeschluss, Staatsarchiv, Armenpflege, Familienregister, Kirchenbücher, Lungentuberkulose, Abschub, Spanische Grippe, Genisst-Verhör, Bezirksarchiv, Bezirksgericht, Nottaufe, Gesuch, Familienregister, Firmung, Polizeidirektion, Armenwesen, Reichsangehörige, Heiratseintrag, Totenschein, ... und ein verschollenes Kind.

 

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